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Dailyfuckoff 44

Steam oder ich könnte kotzen

4. Februar 2012

Autor:  dfo

Der Kunde ist längst zu einer Ware verkommen. Das las ich neulich bei Georg Diez. Der Stellenwert des Kunden ist vergleichbar mit dem einer Kuh auf der Weide.

Gemerkt habe ich das an diesem Wochenende, für das ich mich mit Spielen eingedeckt hatte. Digitale Gängelei namens Produktaktivierung ist ja schon ein Weilchen in Mode. Blöderweise ist pünktlich zum Wochenende mein Netz weg, weil ich zu spät gezahlt habe. Ich verdiene so wenig dass ich mir ohne staatliche Armutsbescheinigung keine Monatskarte (55,70 €) leisten kann. Am Monatsende konnte ich mich schon häufig zwischen Breitband und Nahrung entscheiden.

Während die ‘Produktaktivierung’ (die laut Angabe auf den Spielverpackungen ausreicht um spielen zu können) gerade noch klappt, streikt Steam dann beim Starten des Spiels und verweigert mir per Fehlermeldung auch den Offline Modus. Suche Rat im Netz, bastle an der steam.cfg rum, alles umsonst. Wäre mein Produkt ‘aktiviert’, könnte ich es auch benutzen, ohne Verbindung zum Steam Server aber verhält es sich völlig passiv und ich als Kunde bin der Arsch. Natürlich sollen damit Raubkopierer getroffen werden, tatsächlich aber trifft es die ehrlichen Dummen, während die Cracker keine Probleme haben.

Man kann an solchen Geschichten gut sehen, was mit ‘geistigem Eigentum’ und ähnlichem Rotz gemeint ist. Wer also denkt, dass Fernsehprogramm entmündigt die Leute, weil es sie zu bestimmten Uhrzeiten an die Glotze zwingt, geht noch nicht weit genug. Wenn es solchen Mist wie mit Steam so auch bei Büchern gäbe, könnte man ein Buch nur lesen wenn man gleichzeitig noch ein Telefongespräch führt. In Zukunft werde ich mir überlegen ob ich nochmal ein Spiel kaufe, dass über Steam läuft.

dfo

 

Daily Fuck Off 43

Strassenbahn fahrn in Leipzig

9. September 2011

Autor:  dfo

Fahren Sie gern mit der Strassenbahn? Nein? Ich auch nicht. Ich muss es aber tun. Dabei behaupten einige Sozialneurotiker sogar, dass die Benutzung des ÖPNV die Menschen einander näher bringt. Das tut sie aber nicht. Straba fahrn ist der einfachste Weg sämtliche Mitmenschen hassen zu lernen. Strassenbahnnutzer sind schlicht asozial.

Wie, Sie meinen das trifft vielmehr auf Autofahrer zu? Das ist völlig falsch. Zwar drängeln Autofahrer wie verrückt, aber das machen sie, weil sie mehrheitlich Männer sind. Und im Rudel verhalten die sich wie Spermazoten. Jeder will der erste sein. Ist doch menschlich, oder? Autofahrer sind viel geselliger als gemeinhin gedacht. Sie organisieren sich in Autoklubs, beschäftigen Kfz-Klempner und haben eine Lobby. Manchmal treffen sie sich sogar, um hochtourigen Autos im Kreisverkehr zuzusehn. Können Sie das auch von Strabanutzern sagen? Eben.

Die Strassenbahn benutzt jeder für sich allein. Oder tut zumindest so. Der übelriechende Penner, das sabbelnde Kleinkind, der behämmerte Biker der sein Fahrrad gleich mit in die Bahn nimmt, dumme, plappernde Gören, der aufgeregte Handynutzer, der seinem scheiss Gesprächspartner unbedingt sagen muss dass er/sie gerade losgefahrn ist und natürlich, nicht zu vergessen, der fusslahme Rentner, der es unter Stöhnen und Ächzen gerade noch in die Bahn schafft. Sie alle schaffen ein feindseliges Klima.

Ein seltenerer Typ ist der Träger von Slippern aus Leder, ein ausgemachtes Riesenarschloch. Wie gross der Arschlochfaktor ist, lässt sich ziemlich genau an der Länge seiner Schuhspitzen ablesen. Das verstehen Sie nicht? Dann sind sie wohl selber einer von denen, Sie Arschloch.

Apropos Arschlöcher. Ich hasse Kinder. Von ganzem Herzen. Wenn sie gerade nicht mit Schreien beschäftigt sind, haben sie mit Sicherheit eines dieser Spielzeuge in der Hand, das die ganze Zeit absurde Geräusche von sich gibt. Oder die etwas grösseren Kinder. Die quengeln zwar nicht, dafür drängeln sie immer zu einem Sitzplatz, bevor sie Ruhe geben. Aber nur dann, wenn sie nicht hyperaktiv sind. Dann hilft gar nichts mehr. Sie zappeln und klettern, singen und summen und terrorisieren neben ihrer elenden Mutter alle anderen Fahrtteilnehmer.

Überhaupt, Mütter mit Kind. Die reinste Plage. Stets mit Kinderwagen bewaffnet, stehen sie zuverlässig mit angestrengtem Blick als erste an der Tür, nur um nach dem Einsteigen sofort im Weg stehen zu bleiben und umständlich an ihrem Buggy rumzufummeln. Fast schon so schlimm wie alte Leute. Egal ob beim Aus- oder Einsteigen, es ist immer dasselbe. Sind sie in der Bahn, bzw. draussen, bleiben sie direkt vor der Tür stehen und schauen sich um. Scheiss drauf wieviel Leute noch an ihnen vorbeiwollen. Man muss ja erst mal schauen, bevor man sich entscheidet wohin man will.

Unentschlossen ist auch ein anderer Typ Fahrgast. Ich nenne ihn ‘chair switcher’. Meistens sind das Frauen. Kein Sitzplatz scheint ihnen recht zu sein. Mindestens einmal zwischen zwei Haltestellen wechseln sie den Sitzplatz. Oft rutschen sie dann mit dem Arsch noch hin und her, bestrebt, ihre Fettbacken der Sitzform anzupassen.

Eins muss der Bimmel aber zugestehen. Auf sie ist Verlass. Entweder ist sie unpünktlich oder kommt gar nicht. Zündet man sich beim Warten eine Fluppe an, kommt sie garantiert innerhalb der nächsten 90 Sekunden. Ist sie wider Erwarten mal pünktlich, funktioniert entweder der Fahrkartenautomat oder der Entwerter nicht. Kommt sie pünktlich und ihre Automaten funktionieren, wird man zu hundert Prozent während der Fahrt kontrolliert und hat keine Fahrkarte dabei.

Auf Reinlichkeit und Hygiene kann man sich bei der Straba auch verlassen. Hat man einmal den Türöffner betätigt, hat man bereits den Rotz der halben Stadt an der Hand. Völlig logisch, hat man dann in der Bahn etwa eine Haltestange angefasst, wird es höchste Zeit einen Arzt aufzusuchen. Wenn man Glück hat, findet man in einer leeren Strassenbahn auch mal einen Sitz, auf dem kein Kaugummi klebt. Das ist aber selten. Dass die Bahn leer ist.

Häufig hingegen ändert sich der Fahrpreis. Und zwar nach oben. Die Monatskarte ist wieder einen Euro teurer geworden, selbstverständlich ohne dass ich deswegen mal ein heulendes Kind verprügeln oder einen Penner treten darf. Ganz besonders liebe ich es, auf Fahrscheine kontrolliert zu werden. Passiert das nämlich nicht, habe ich prinzipiell das Gefühl den Schnipsel umsonst erworben zu haben.

Sind Sie schonmal im Winter mit der Bahn gefahren? Nicht? Das müssen Sie tun, wenn Sie sich mal dringend erkälten müssen. Die Bahnen sind dann wegen diverser Ausfälle oft besonders voll. Die Heizungen laufen auf Hochtouren, Service muss sein und alle Fenster sind zu. Drinnen tragen alle Klamotten, die sie vor Minusgraden schützen. Steigt man dann wieder aus, gefrieren einem die durchgeschwitzen Sachen sofort am Körper.

Im Grunde ist Strassenbahnfahrn ein zutiefst devotes Vergnügen. Man kommt ständig mit ekligen Substanzen in Berührung, ist umgeben von egomanischen Vollidioten, wird andauernd kontrolliert, kommt zu spät und zahlt auch noch dafür. Ermässigt gibt es diesen Heidenspass übrigens für nur 27 Euronen im Monat. Natürlich nur, wenn Sie eine amtliche Armutsbescheinigung vorweisen können. Toll, nicht?

dfo

Dailyfuckoff 43

2. Juli 2011

Autor:  dfo

Neuer Monat, neuer Stress. Früher war das anders aber mittlerweile ist man auch in Leipzig so anständig und löst eine Fahrkarte bevor man in die Bimmel einsteigt. Schliesslich will man möglichst schnell und stressfrei zur Arbeit.

Also Freitag morgen den Kaffee reingekippt, schnell noch zur Bank und siehe da – Den Rest des Beitrags lesen »

Dailyfuckoff 42

11. April 2011

Autor:  dfo

Auf Entwicklungsländer herabzuschaun macht bekanntlich Riesenspass weil man sich dann auf der besseren Seite weiss. Im Zuge der Globalisierung wechseln allerdings öfter mal die Seiten und so ist es nun – tataa – Al Jazeera, wo man sich um den Entwicklungsstand Ostdeutschlands, dem Zielort Kohl’scher Wahnideen von blühenden Landschaften, sorgt und das ganze anschaulich bebildert. Das nennt sich dann ‘The new face of East-Germany‘. Sehenswert.

dfo

Daily Fuck Off 41

5. April 2011

Autor:  dfo

Die Gegenüberstellung zweier alternder Dekolleté gepaart mit dem Spruch ‘Wir haben mehr zu bieten‘ hat sie bekannt gemacht. Wenigstens hat die Union neben den vielen Schwerkriminellen auch einfache Hirntote zu bieten. Auf ihrer Homepage wartet Vera Lengsfeld (CDU) aber noch mit ganz anderen Weisheiten auf:

Freiheit und Fairness statt Gleichheit und Gerechtigkeit!

Was soll man dazu noch sagen?

dfo

Daily Fuck Off 40

16. November 2010

Autor:  dfo

Man denkt ja immer dass man alles Schlechte irgendwie schon kennt. Nur irrt man sich leider oft:

Daily Fuck Off 39

24. September 2010

Autor:  dfo

Schönes Artikel-Duo auf den Seiten des ehemaligen Nachrichtenmagazins. Ein Artikel, in dem die wahnhaften Absichten de Maizières zur Verschärfung Verbesserung der Sicherheitslage dargestellt werden, gefolgt von einem Beitrag in dem mittels gespielter Verwunderung berichtet wird, dass der Bundesrat schärfere Regeln für Banken abgelehnt hat. Begründung: deutsche Banken könnten international zurückfallen, also im internationalen Wettbewerb, Geld mittels Schrottpapieren zu ergaunern erwirtschaften.

Wieder mal ein Paradestück in Sachen Qualitätsjournalismus. Immerhin darf man jetzt getrost davon ausgehen dass nicht nur der Bundestag sondern auch der Bundesrat bestochen gekauft korrupt sehr um die Wirtschaft bemüht ist. Danke, SPON.

dfo

Daily Fuck Off 38

23. August 2010

Autor:  dfo

Laut einem Bericht des ehemaligen Nachrichtenmagazins plant die chinesische Regierung die Todesstrafe für Wirtschaftsverbrechen abzuschaffen. Schade eigentlich, ich dachte immer in dieser Hinsicht sind uns die Chinesen voraus.

dfo

Daily Fuck Off 37

25. Juli 2010

Autor:  dfo

Das der Loveparade einmal ein solches Ende beschieden sein würde, hätten sich Dr. Motte & CO in ihren Träumen sicher niemals vorstellen können. Dabei gab es schon Tage vorher Anzeichen dafür, dass die Lokalität in Duisburg für eine derartige Massenveranstaltung nicht geeignet war. Das sich nun anbahnende Trauerspiel gegenseitiger Schuldzuweisungen setzt dem die Krone auf. Ob Kölner U-Bahn oder eben Duisburger Loveparade – Hauptsache die Events sind gigantisch und es geht um Geld.

Nebenbei sind Mietmäuler und Verbalsadisten der Medienlandschaft dabei, das Ereignis bisweilen recht zynisch zu kommentieren. Eva Hermann, ja die Eva Herman, hat wieder mal gezeigt, wes Geistes Kind sie ist:

Selten wurde ein Begriff mehr durch den Dreck gezogen als bei der Loveparade. Man fragt sich verzweifelt, welche Definition von »Liebe« die jungen Menschen durch derartige und leider selbstverständlich gewordene Falschbezeichnungen für das eigentlich Schönste und Höchste in dieser Schöpfung erhalten müssen? Die unheilvollen Auswüchse der Jetztzeit sind, bei Licht betrachtet, vor allem das Ergebnis der Achtundsechziger, die die Gesellschaft »befreit« haben von allen Zwängen und Regeln, welche das »Individuum doch nur einengen«. [..]

Die Achtundsechziger haben ganze Arbeit geleistet! [...]

Für die Zukunft wurden jedoch Weichen gestellt: Denn das amtliche Ende der »geilsten Party der Welt«, der Loveparade, dürfte mit dem gestrigen Tag besiegelt worden sein! Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen! Grauenhaft allerdings, dass es erst zu einem solchen Unglück kommen musste.

Was Frau Hermann mit höheren Mächten meint, bleibt vorerst ihr Geheimnis. Ihren Wortkot kann man sich hier in voller Länge reinziehn. Es macht schon fassungslos wie gehässig Menschen sein können; diejenigen die einfach nur Spass haben wollen werden zu Recht von der Unfähigkeit der Verantwortlichen bestraft.

Ja ich weiss, Trolle soll man nicht füttern. Aber Leute wie Frau Hermann benötigen dringend Hilfe und darauf muss aufmerksam gemacht werden.

dfo

Daily Fuck Off 36

22. Juni 2010

Autor:  dfo

Abriss der Blechbüchse in Leipzig. Hier noch ein paar Pics von dem Ding, in wenigen Tagen ist es ganz weg. Folgen soll ein Parkhaus, das optisch dem Vorgängerbau ähnelt.

dfo