Nein, nein. Es geht nicht um den Iran, sondern – richtig, den Vatikan, andernfalls würden unsere Medien lang und breit darüber berichten. Der Stellvertreter des lieben Gottes stellt mal wieder die Schwulen an den Pranger und bezeichnet sie als Bedrohung für die Würde und die Zukunft der Menschheit. Das ist eine bizarre Logik. Wenn andere als heterosexuelle Liebe würdelos ist, was ist dann mit asexuellen Arrangements wie sie in zölibatären Gefilden üblich sind? Ach, sind sie gar nicht? Hätte mich auch gewundert.
Ratzinger schrieb in einem seiner Bücher (“Licht der Welt”, hier kein Link), dass Homosexualität eine Prüfung Gottes sei, der es zu widerstehen gilt. Das ist ungefähr so, wie Schüler in einer Mathearbeit die Lösung einer unbekannten Aufgabenstellung suchen zu lassen und sie zu bestrafen wenn sie die nicht finden. In der vorgegebenen (Lebens-) Zeit natürlich. Dass man jemanden wie Ratzinger im Bundetag reden liess, zeigt indess den eigentlichen moralischen Niedergang allerdings politischer Majoriäten, denn von Beust, Wowi und Westerwelle hatten jedenfalls nichts gegen seinen Auftritt. Und was die Zukunft der Menschheit angeht, nunja, die wird tatsächlich bedroht. Allerdings nicht von Schwulen, sondern von Dummköpfen die den Unterschied zwischen bewusster Entscheidung und Veranlagung (immer noch) nicht verstehen.
Vielleicht wäre es nützlich den Papst darauf hinzuweisen, dass trotz jahrzehntelanger Schwulenbewegung, die Weltbevölkerung nicht ab- sondern zugenommen hat und weiter zunimmt. Leider weiss man ja, dass die Kirche auch gezwungen werden musste, die Erde nicht als Scheibe im Zentrum von Gottes wunderbarer Schöpfung misszuverstehen. Vermutlich ärgert sich der Papst nur deswegen über die Schwulen, weil nur wenige Schwule auch in der Kirche sind. Ich wüsste da jemanden, der das ändern könnte.
dfo



















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